Eine gute Raumakustik trägt wesentlich dazu bei, dass sich Menschen in einem Büro konzentrieren, verständigen und wohlfühlen können. Zu viel Nachhall und Gesprächslärm erschweren die Kommunikation und sorgen besonders in offenen Arbeitsbereichen schnell für Unruhe. Dieser Ratgeber erklärt, wie Raumakustik entsteht, welche Massnahmen im Büro sinnvoll sind und wie Sie die passende Lösung für Ihren Raum auswählen.

Was bedeutet Raumakustik?
Raumakustik beschreibt, wie sich Schall in einem geschlossenen Raum ausbreitet, reflektiert und abbaut. Sie bestimmt, ob Stimmen klar verständlich sind und ob ein Raum ruhig oder hallend wirkt.
Entscheidend sind unter anderem:
- Grösse und Form des Raums
- Raumhöhe und Raumvolumen
- Anzahl und Verteilung der Arbeitsplätze
- Art und Nutzung des Raums
- Materialien an Boden, Wänden und Decke
- Menge und Platzierung schallabsorbierender Flächen
Harte, glatte Oberflächen wie Beton, Glas, Metall und verputzte Wände reflektieren einen grossen Teil des auftreffenden Schalls. Dadurch bleibt die Schallenergie länger im Raum und es entsteht Nachhall. Poröse oder weiche Materialien nehmen einen Teil dieser Energie auf und reduzieren die Reflexionen.
Woran erkennen Sie schlechte Raumakustik?
Schlechte Raumakustik zeigt sich nicht nur durch hohe Lautstärke. Häufig ist vielmehr der anhaltende Nachhall das Problem: Gespräche, Telefonate und Arbeitsgeräusche überlagern sich und bleiben im gesamten Raum deutlich hörbar.
Typische Anzeichen sind:
- Gespräche sind trotz normaler Lautstärke schlecht verständlich
- Stimmen tragen ungewöhnlich weit durch den Raum
- Mehrere Gespräche überlagern sich
- Telefonate und Tastaturgeräusche werden als störend empfunden
- Menschen sprechen zunehmend lauter, um verstanden zu werden
- Der Raum wirkt auch bei wenigen anwesenden Personen unruhig
Eine dauerhaft unruhige Geräuschkulisse kann die Konzentration erschweren, die Kommunikation belasten und die Fehleranfälligkeit erhöhen. Besonders in Grossraumbüros, Sitzungszimmern, Empfangsbereichen und Gemeinschaftszonen sollte die Akustik deshalb frühzeitig berücksichtigt werden.
Absorption, Dämmung und Diffusion: Was ist der Unterschied?
In der Raumakustik werden drei Begriffe häufig miteinander verwechselt. Sie beschreiben jedoch unterschiedliche Wirkungsweisen.
| Prinzip | Wirkung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Schallabsorption | Nimmt Schallenergie innerhalb des Raums auf und reduziert den Nachhall | Akustikpaneele, Deckensegel, Mooswände, Teppiche |
| Schalldämmung | Reduziert die Übertragung von Schall zwischen getrennten Räumen | Wände, Türen, Fenster und bauliche Konstruktionen |
| Schalldiffusion | Verteilt Reflexionen gleichmässiger im Raum | Strukturierte Oberflächen und spezielle Diffusoren |
Bei typischen Akustikproblemen im Büro ist vor allem die Schallabsorption entscheidend. Sie reduziert den Nachhall innerhalb des Raums. Schalldämmung wird dagegen benötigt, wenn Geräusche durch Wände, Türen oder Decken in angrenzende Räume übertragen werden.
Welche Massnahmen verbessern die Raumakustik im Büro?
Eine wirksame Akustiklösung besteht häufig aus mehreren aufeinander abgestimmten Massnahmen. Welche davon sinnvoll sind, hängt vom Raum, seiner Nutzung und den vorhandenen Oberflächen ab.
1. Weiche Materialien ergänzen
Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel und andere textile Oberflächen nehmen einen Teil des Schalls auf. Sie sind ein sinnvoller erster Schritt und können kleinere Reflexionen reduzieren.
In stark hallenden Büros reichen solche Einrichtungselemente allein jedoch meist nicht aus. Dort werden zusätzliche Akustikabsorber benötigt.
2. Arbeitsbereiche akustisch gliedern
Freistehende Trennwände und begrünte Raumteiler unterbrechen direkte Schallwege zwischen Arbeitsplätzen. Sie können Teams voneinander abgrenzen, Rückzugsbereiche schaffen und die Ausbreitung von Gesprächen im Raum reduzieren.
Besonders hilfreich sind Raumteiler zwischen gegenüberliegenden Arbeitsplätzen oder zwischen Bereichen mit unterschiedlichen Nutzungen. Ihre Wirkung hängt von Höhe, Breite, Material, Position und absorbierender Oberfläche ab.
3. Die Decke als Absorptionsfläche nutzen
Die Decke ist in vielen Büros die grösste zusammenhängende und gleichzeitig akustisch ungenutzte Fläche. Deckensegel und abgehängte Akustikelemente können den Nachhall wirkungsvoll reduzieren, ohne Stellfläche zu beanspruchen.
Sie eignen sich besonders für:
- Grossraumbüros
- Konferenz- und Sitzungszimmer
- Räume mit grosser Deckenhöhe
- Empfangs- und Aufenthaltsbereiche
- Arbeitsbereiche mit wenig freier Wandfläche
4. Wände als Absorber gestalten
Glatte Wände werfen Schall in den Raum zurück. Wandabsorber, Akustikpaneele und Mooswände reduzieren diese Reflexionen und können zugleich als gestalterisches Element eingesetzt werden.
Besonders sinnvoll ist die Behandlung grosser, gegenüberliegender Wandflächen. Zwischen solchen Parallelflächen wird der Schall mehrfach reflektiert, wodurch der Raum schnell hallend wirkt.

Welche Absorber eignen sich für das Büro?
Akustikabsorber unterscheiden sich hinsichtlich Material, Gestaltung, Einbauort und akustischer Leistung. Für Büroräume eignen sich insbesondere folgende Lösungen:
Akustikfilz aus recyceltem PET
PET-Akustikfilz ist ein leichtes und vielseitiges Material für Wandpaneele, Deckensegel und freistehende Elemente. Es ist in verschiedenen Farben und Formen erhältlich und lässt sich an die Architektur und Gestaltung eines Büros anpassen.
Mooswände und Moosbilder
Mooswände und Moosbilder verbinden Schallabsorption mit natürlicher Raumgestaltung. Konserviertes Moos ist ein poröses Material und wirkt besonders im Frequenzbereich von Sprache und typischen Bürogeräuschen.
Die genaue Absorptionsleistung hängt von der verwendeten Moosart, der Materialdicke und dem Aufbau ab. Einen detaillierten Vergleich finden Sie in unserem Fachbeitrag mit den geprüften Messwerten zur Schallabsorption verschiedener Moosarten.
Kombinationen aus Moos und Akustikfilz
Kombinierte Lösungen verbinden die natürliche Wirkung von Moos mit den konstruktiven Möglichkeiten eines technischen Akustikabsorbers. Dadurch lassen sich Optik, Form und akustische Anforderungen gezielt aufeinander abstimmen.
Welche Akustiklösung passt zu welchem Raum?
| Raum oder Situation | Geeignete Massnahmen |
|---|---|
| Grossraumbüro mit vielen Gesprächen | Deckensegel, Wandabsorber und akustisch wirksame Raumteiler |
| Sitzungs- oder Konferenzzimmer | Absorber an Wand und Decke, besonders an grossen Reflexionsflächen |
| Empfang und Lobby | Gestalterische Wandabsorber, Mooswände und Deckenelemente |
| Kleines Büro mit begrenzter Fläche | Kompakte Wandpaneele und gezielt platzierte Deckensegel |
| Flexible Arbeits- und Projektbereiche | Mobile Raumteiler und modulare Akustikelemente |
Wie viel absorbierende Fläche wird benötigt?
Für eine deutlich wahrnehmbare Verbesserung kann eine absorbierende Fläche von ungefähr 15 bis 20 Prozent der Raumoberfläche als erste Planungsorientierung dienen.
Der tatsächliche Bedarf hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:
- Raumvolumen und Deckenhöhe
- Anzahl der Personen im Raum
- Nutzung und gewünschtem Akustikniveau
- Vorhandenen Materialien und Möbeln
- Absorptionsleistung der eingesetzten Elemente
- Verteilung der Absorber im Raum
Ein einzelnes kleines Akustikelement kann lokal helfen, verändert die Raumakustik eines grösseren Büros aber meist nur geringfügig. Für eine deutlich hörbare Wirkung sind ausreichend grosse und sinnvoll verteilte Flächen erforderlich.
Wo sollten Akustikabsorber platziert werden?
Neben der Fläche ist die Position der Absorber entscheidend. Besonders wirksam sind sie dort, wo starke Reflexionen entstehen oder direkte Schallwege zwischen Personen unterbrochen werden sollen.
Als Orientierung empfiehlt es sich:
- grosse gegenüberliegende Wandflächen nicht vollständig hart zu belassen
- Absorber in der Nähe stark genutzter Arbeits- und Gesprächsbereiche zu platzieren
- Deckenflächen über Arbeitsplatzgruppen oder Besprechungszonen zu nutzen
- Raumteiler zwischen benachbarten Arbeitsplätzen anzuordnen
- Absorber möglichst auf mehrere Flächen im Raum zu verteilen
Bei komplexen Räumen sollte die benötigte Fläche anhand von Raumvolumen, Nutzung und gewünschter Nachhallzeit geplant werden.
Häufige Fragen zur Raumakustik im Büro
Was ist der Unterschied zwischen Schallabsorption und Schalldämmung?
Schallabsorption reduziert Reflexionen und Nachhall innerhalb eines Raums. Schalldämmung vermindert dagegen die Übertragung von Schall zwischen getrennten Räumen oder durch Bauteile.
Welche Massnahme hilft am schnellsten gegen Nachhall?
Besonders wirksam sind ausreichend grosse Absorptionsflächen an Wand und Decke. Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel können ergänzen, reichen in stark hallenden Räumen allein jedoch häufig nicht aus.
Helfen Raumteiler gegen Bürolärm?
Akustisch wirksame Raumteiler können direkte Schallwege zwischen Arbeitsplätzen unterbrechen und zugleich Schall absorbieren. Ihre Wirkung hängt von Grösse, Höhe, Material und Platzierung ab.
Ist konserviertes Moos schallabsorbierend?
Ja. Konserviertes Moos ist ein poröses Material und absorbiert Schall insbesondere im sprachrelevanten Frequenzbereich. Die genaue Wirkung unterscheidet sich je nach Moosart und Aufbau. Detaillierte Werte finden Sie im Beitrag über die Schallabsorption von Moos.
Wie viel Fläche muss akustisch behandelt werden?
Als erste Planungsorientierung können etwa 15 bis 20 Prozent der Raumoberfläche als absorbierende Fläche dienen. Die genaue Dimensionierung hängt von Raumgrösse, Nutzung und gewünschter akustischer Wirkung ab.
Die passende Akustiklösung für Ihr Büro
Ob Mooswand, Deckensegel, PET-Akustikfilz, Raumteiler oder eine Kombination verschiedener Elemente: Eine gute Lösung berücksichtigt den Raum als Ganzes. Material, Fläche, Position und Gestaltung sollten deshalb gemeinsam geplant werden.
Greenfinity entwickelt und fertigt individuelle Akustiklösungen für Büros, Sitzungszimmer, Empfangsbereiche und offene Arbeitswelten. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung.
